XAMPP unter Windows 10 installieren – Websites mit WordPress (Teil 2)

Wenn du mit einem neuen WordPress Projekt startest, solltest du unbedingt eine lokale Entwicklungsumgebung einrichten. Dadurch kannst du eine authentische Serverumgebung auf deinem PC simulieren. So hast du die Möglichkeit deine Website in aller Ruhe offline zu testen, bevor du sie öffentlich zur Verfügung stellst. Auch nach der Veröffentlichung deiner Website solltest du jede Änderung zunächst in deiner lokalen Entwicklungsumgebung testen, bevor du sie tatsächlich auf dein Produktivsystem überträgst.

Was ist XAMPP?

XAMPP ist eine Zusammenstellung freier Softwarepakete, mit der du in wenigen Minuten eine vollwertige lokale Entwicklungsumgebung auf deinem PC einrichten kannst. Die wichtigsten Komponenten sind der HTTP Webserver Apache, das beliebte Datenbankverwaltungssystem MySQL und die serverseitige Programmiersprache PHP. Da auch die meisten Hoster auf diese Kombination setzen, ist XAMPP eine gute Wahl, um Websites vor ihrer Veröffentlichung zu testen.

XAMPP herunterladen und installieren

Um XAMPP auf deinem PC zu installieren benötigst du Windows Server 2008, Server 2012, Vista, 7, 8 oder 10 und ein Benutzerkonto mit Administrationsrechten. Lade zunächst das aktuelle Installationspaket von XAMPP herunter, öffne die Datei xampp-win32-5.6.23-0-VC11-installer.exe und folge den Installationsanweisungen.

Wähle bei der Installation die Komponenten Apache, MySQL, PHP und PHPMyAdmin aus.

Falls du die Benutzerkontensteuerung  von Windows (UAC) aktiviert hast, solltest du XAMPP nicht im Ordner C:\Program Files (x86)\xampp\, sondern z.B. unter C:\xampp\, installieren. Alternativ kannst du die Benutzerkontensteuerung nach der Installation von XAMPP deaktivieren.

Nach der Installation kannst du das Control Panel von XAMPP öffnen. Wähle anschließend eine Sprache aus. Um den Webserver zu starten, klicke jeweils für die beiden Module Apache und MySQL auf die Aktion „Starten“. Ob der Server erfolgreich gestartet werden konnte, erkennst du an der Statusanzeige auf der linken Seite.

Wenn alles geklappt hat, kannst du localhost/dashboard/ oder 127.0.0.1/dashboard/ in deinem Browser aufrufen, um das Dashboard deiner lokalen Entwicklungsumgebung zu besuchen.

Konfiguration des Control Panels

Editor und Browser

Wähle einen Editor und einen Browser deiner Wahl aus, damit diese von XAMPP automatisch verwendet werden.

Module automatisch starten

Nach dem Starten von XAMPP musst du die jeweiligen Module jedes Mal manuell starten. Um das zu vermeiden, kannst du festlegen, welche Module beim Öffnen und Beenden von XAMPP automatisch gestartet bzw. gestoppt werden sollen. Für ein WordPress-Projekt benötigst du die Module Apache und MySQL.

Sprachauswahl

Hier kannst du die verwendete Sprache einstellen. Zur Auswahl stehen Deutsch und Englisch. Die Sprachänderung wird erst nach einem Neustart des Control Panels aktiv.

Dienste und Ports einstellen

Anwendungen, die über das Netzwerk angesprochen werden, belegen jeweils einen eigenen Port. Webserver nutzen meistens den Port 80, MySQL-Server den Port 3306. XAMPP belegt standardmäßig diese Ports. Solltest du die Ports 80 oder 3306 bereits verwenden, kannst du andere wählen.

In der Konfiguration des Control Panels legst du die Ports fest, welche das Control Panel überprüfen soll. Um die Ports der jeweiligen Module zu ändern, musst du die Konfigurationsdateien der Module bearbeiten (z.B. http.conf für Apache oder my.ini für MySQL). Die Änderungen werden erst nach einem Neustart des Control Panels aktiv.

XAMPP und Skype gleichzeitig verwenden

Skype nutzt standardmäßig die Ports 80 und 443 für eingehende Verbindungen. Daher kann es zu Konflikten kommen, wenn du Skype und XAMPP gleichzeitig verwendest. Um das zu vermeiden, solltest du entweder für Skype oder für den Apache-Dienst einen anderen Port wählen.

Was ist Bitnami?

Bitnami stellt bereits konfigurierte Anwedungspakete für Open Source Software (sogenannte 1-Klick-Installationen) zur Verfügung. Bitnami Module für XAMPP findest du hier. In unserem Test konnten wir mit Bitnami die neuste Version von WordPress problemlos installieren.

Außerdem waren folgende Plugins bereits installiert (und deaktiviert):

  • Akismet (von Automattic): Spam-Schutz für Kommentare und Kontaktformulare
  • All In One SEO Pack (von Michael Torbert): Werkzeuge für Suchmaschinenoptimierung
  • All-in-One WP Migration (von ServMask): Werkzeuge für Migration von Inhalten
  • Google Analytics by MonsterInsights (von MonsterInsights): Integration von Google Analytics
  • Jetpack by WordPress.com (von Automattic): Paket mit Funktionen von WordPress.com
  • Simple Tags (von Amaury BALMER): Werkzeuge für Taxonomien
  • WP-Mail-SMTP (von Callum Macdonald): E-Mail-Versand via SMTP statt mail()

Leider waren die meisten der vorinstallierten Plugins nicht mehr aktuell und mussten zunächst aktualisiert werden. Außerdem mussten sie noch überprüft und aussortiert werden. In Deutschland ist z.B. der Einsatz von Akismet zumindest bedenklich, da Benutzerdaten (IP, Name, E-Mail-Adresse, Kommentar, Browser und weitere) an Server in den USA gesendet und diese dort gespeichert werden.

1-Klick-Installation oder manuelle Installation?

Die 1-Klick-Installation mit Bitnami ist nicht deutlich einfacher als eine manuelle WordPress-Installation. Außerdem werden bei 1-Klick-Installationen häufig veraltete Plugins, Themes oder WordPress Versionen ausgeliefert. Diese musst du zunächst überprüfen, aussortieren und aktualisieren. Somit verlierst du mehr Zeit mit der Administration als du mit der 1-Klick-Installation einsparen könntest. Daher empfehlen wir diese Lösung nicht. Wie du die aktuelle WordPress Version manuell installierst und konfigurierst, erfährst du im nächsten Teil dieser Reihe.

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