Michaela Steidl, Gründerin von WordPress Bistro

Hallo Michaela Steidl, du bist die Gründerin und der „Kopf“ des WordPress Bistros. Was sagst du, wenn dich jemand fragt, was du beruflich machst? Wer bist du genau?

Ich verstehe mich als Sparringspartner für WordPress. Heißt: Ich bin keine klassische Agentur und auch kein Webdesigner, denn Design kann ich leider gar nicht 🙂

Ich unterstütze Selbstständige und Unternehmer dabei, mit WordPress ihre Website selbst zu administrieren und zu pflegen. Wieviel Unterstützung ich dabei leiste, hängt immer vom Kundenwunsch ab. Zwischen der vollständigen Erstellung einer Website und nur hin- und wieder Support wenn mal ein Plugin klemmt ist alles dabei.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?

Mein Tag beginnt normalerweise um 5:30 Uhr, wenn der Wecker klingelt. Dann scheuche ich erstmal unseren Hund (Havaneser-Malteser-Mix) vor die Tür und kümmere mich im Anschluss dann darum, dass mein Sohn (11 Jahre) mit Frühstück im Bauch und vorzeigbar gekleidet pünktlich um 6:55 Uhr das Haus verlässt, um den Schulbus zu erwischen.

Um 8:00 Uhr sitze ich dann normalerweise spätestens am Schreibtisch. Dann beantworte ich erstmal meine offenen Mails und schaue mich ein wenig auf Facebook um, bevor ich meinen Tag plane.

In der Regel habe ich zwei fest vergebene Telefontermine am Tag (jeweils um 11:00 und 14:00 Uhr) für Support, Kennenlerngespräche oder Schulungen. Den Rest des Tages erledige ich die Aufträge, die ich in der Regel per E-Mail von meinen Kunden erhalte.

Gegen 16:15 Uhr kommt mein Sohn von der Schule nach Hause – dann mache ich Feierabend.

Das WordPress Bistro bietet Dienstleistungen und Lernangebote wie (Video-) Kurse, Webinare und eBooks an. Wie ist es dazu gekommen?

Ursprünglich habe ich mal als virtuelle Assistentin gestartet und meine Kunden bei der Organisation Ihres Online-Businesses unterstützt. Websites und WordPress waren damals nur ein kleiner Teil dessen, was ich gemacht habe.

Das WP Bistro habe ich ursprünglich nur aus „Marketing-Gründen“ aus der Taufe gehoben. Mit 14tägigen kurzen Webinar-Häppchen wollte ich auf meine WordPress-Dienstleistungen aufmerksam machen. Das war im April 2013.

Die Webinare kamen dann allerdings so gut an, dass ich im November 2013 beschlossen habe, WP Bistro zu meiner neuen Marke und WordPress zum Hauptpfeiler meines Unternehmens zu machen.

Und da ich schon immer Spaß daran hatte, nicht nur selber zu machen, sondern auch anderen zu zeigen, war es für mich nur eine logische Konsequenz, mein Know How auf möglichst vielen Kanälen anderen zugänglich zu machen.

Momentan schreibst du an einem Buch. Worum wird es in deinem neuen Buch gehen?

In dem Buch geht es um einen ganzheitlichen Internetauftritt um Kunden anzuziehen. Also nicht nur die klassische Website, sondern das Zusammenspiel von Website, Blog, Social Media und Newsletter.

Dabei wird es keine technische Anleitung sein im Sinne von „So installierst Du eine Website“ oder „so fügst Du Facebook Ads ein“. Mir geht es vielmehr darum, wie man sich in den verschiedenen Kanälen im Netz wirklich authentisch präsentiert und damit auch genau die richtigen Kunden anzieht.

Eine Leseprobe zum Buch findet sich übrigens auf meinem Blog.

Für wen eignen sich deine Videokurse und Live-Webinare besonders? Wie kann man sich den Ablauf vorstellen?

Meine Zielgruppe sind Laien, die mit WordPress ihre eigene Website erstellen wollen. Daher sind alle meine Kurse und Webinare so gestaltet, dass sie auch für komplette Neueinsteiger gut verständlich sind.

Der Videokurs ist in 17 Module unterteilt. Jedes Modul umfasst ca. 5 – 6 Videos von jeweils 5 bis maximal 10 Minuten Länge. Je Modul sind das also ca. 30 – 40 Minuten Input per Video.

Die Videos sind ganz bewusst so kurz gehalten, damit man sie in sehr kurzen Häppchen durcharbeiten kann.

Dabei baut der Kurs aufeinander auf. In den ersten Modulen lernt man, WordPress zu installieren und einzurichten, dann gibt es Infos zu Themes und Plugins, die ich empfehle und in den letzten Modulen gibt es dann Input, der auch für Fortgeschrittene noch interessant sein dürfte, z.B. zur Suchmaschinenoptimierung, Performanceoptimierung oder zu Sicherheitsaspekten.

Webinare habe ich leider schon lange keine mehr gegeben. Eigentlich schade, dass sollte ich unbedingt mal wieder reaktivieren.

Meine „WordPress-Häppchen“-Webinare dauerten jeweils maximal 30 Minuten, davon 15 Minuten Input und 15 Minuten für die Frage- und Antwort-Runden. Das wurde immer sehr gut angenommen 🙂

Deiner Facebook-Gruppe „WordPress-Bistro“ ist vor kurzem das 5000. Mitglied beigetreten. Jeden Tag gibt es viele neue Beiträge und Kommentare. Glückwunsch dazu. Wie ist es dazu gekommen? Wie schaffst du es, neben deiner täglichen Arbeit, auf alles zu reagieren?

Das schaffe ich leider schon lange nicht mehr – Dafür habe ich aber vier tolle Mit-Moderatoren die mit dafür sorgen, dass die Gruppenregeln eingehalten werden und alles friedlich bleibt.

Ursprünglich hatte ich die Gruppe ja mal als Support-Forum für meine Kunden gegründet und sicher nie die Absicht gehabt, daraus die zweitgrößte Facebook-Gruppe zum Thema WordPress in Deutschland zu machen.

Als ich dann irgendwann gemerkt habe, dass ich es nicht mehr schaffe jede einzelne Anfrage selbst zu beantworten war ich tatsächlich erstmal ein bisschen traurig. Aber in der Gruppe herrschte von Anfang an ein toller Spirit und große Hilfsbereitschaft – ich glaube, es kommt wirklich nur sehr selten vor, dass jemand keine Antwort zu einer in der Gruppe gestellten Fragen bekommt.

Wie gehst du an ein neues Kundenprojekt heran? Hast du ein Blank Theme mit dem du immer startest? Auf welche Plugins kannst du nicht verzichten?

Komplette Websites erstelle ich eher selten. Wenn, dann meist in Kooperation mit Designern, die mir das Design liefern und ich kümmere mich dann um die technische Umsetzung.

Wenn das der Fall ist und ich komplett freie Hand habe, dann arbeite ich am allerliebsten mit dem Theme Weaver Xtreme, zu dem ich auf einem WordCamp auch schonmal einen Lightning-Talk gehalten habe und zu dessen Vorgänger ich auf meinem Blog auch eine kleine Serie gestartet habe.

Ich liebe Weaver, weil es so unglaublich vielseitig ist – auch wenn man das aufgrund der Optik in der Theme-Demo so nicht unbedingt erwarten würde 🙂

Für Kunden verwende ich sehr häufig das Theme „Divi“ von elegantthemes.com – weil es aus meiner Sicht das Multipurpose-Theme mit dem intuitivsten Pagebuilder ist und meine Kunden so sehr einfach ihre eigenen, individuellen Vorstellungen für ihre Website umsetzen können.

An Plugins gibt es schon ein paar, die für mich immer dazugehören:

und gern verwende ich auch – je nach Anforderung

Welche Tools, welche Apps, welche Software erleichtern dir den Arbeitsalltag?

Ich wäre ein Nichts ohne Evernote – mein Evernote ist mein ausgelagertes Gedächtnis. Hier führe ich meine To-Do-Liste, notiere mir Kundenaufträge, Mustercodes, Mustertexte, Links zu tollen Artikeln und überhaupt alles, was ich irgendwie nicht vergessen will.

Meine Art Evernote zu führen ist vermutlich eher chaotisch-kreativ und stützt sich im Wesentlichen auf die gut funktionierende Suchfunktion, aber ohne könnte ich glaub’ ich heute gar nicht mehr 🙂

Weitere Tools die ich nicht mehr missen möchte sind FastBill für die Rechnungsstellung, seobility für Website-Analyse und CleverReach für meinen Newsletter.

Welchen Tipp kannst du WordPress Anfängern mit auf den Weg geben?

Fang einfach an. Es gibt soviel Input zu WordPress und eine so große, hilfsbereite Community, da findest Du immer Hilfe. Lass Dich nicht abschrecken von denen, die behaupten, eine Website kann nur erstellen, wer das von der Pike auf gelernt hat.

Scheue Dich aber auch nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Du mal nicht weiter kommst.

Thema Work/Life Balance – wie stehst du dazu? Hast du Probleme damit?

Ich glaube, darüber könnte ich ein ganzes Buch schreiben. Ich liebe meinen Job sehr – aber ich habe auch sehr schmerzlich erfahren, dass man selbst dann nicht NUR arbeiten sollte, und wenn es noch soviel Spaß macht.

2013 hatte ich einen sehr schweren Unfall. Ich bin beim Klettern aus 8 Metern Höhe abgestürzt – Grund dafür war sehr wahrscheinlich ein Konzentrationsfehler von mir, der viel damit zu tun gehabt haben dürfte, dass ich die Woche davor mehr als 60 Stunden gearbeitet habe. Im Krankenhaus hatte ich dann viel Zeit nachzudenken und habe damals beschlossen, keine Termine mehr Abends und am Wochenende zu machen.

Nachdem ich im März 2017 dann nochmal sehr knapp an einem Burn-Out vorbeigeschlittert bin (ich war „nur“ zwei Wochen arbeitsunfähig, weil mein Coach mich gerade noch rechtzeitig gezwungen hat, die Notbremse zu ziehen), bin ich zwischenzeitlich sehr konsequent was meine Arbeitszeiten und meine freien Wochenenden betrifft.

Wen sollten wir nach einem Interview Fragen?

Simon Kraft
Caspar Hübinger

Michael Steidl findest du im Web unter wp-bistro.de, auf Facebook sogar ein zweites Mal und auf Twitter.

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